BVMed: Enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Industrie ist Innovationsmotor für die MedTech-Branche
28.11.2012 – 10:51Eine enge Zusammenarbeit von Ärzten, medizinischen Einrichtungen und Unternehmen der Medizintechnologie ist für den medizinischen Fortschritt sehr wichtig und politisch auch erwünscht. Diese Zusammenarbeit muss durch die Einhaltung von klaren Regeln – man spricht von “Healthcare Compliance” – sicher und transparent durchgeführt werden. Healthcare Compliance darf aber nicht dazu führen, dass die Zusammenarbeit verhindert wird. Darin waren sich die Experten der vierten BVMed Healthcare Compliance-Konferenz am 27. November 2012 in Berlin mit rund 100 Teilnehmern einig. Unterstützt werden die Compliance-Bemühungen der MedTech-Branche nicht nur durch den 1997 aufgestellten Kodex Medizinprodukte, sondern auch durch Mustervertragselemente oder die Informationen und Praxisbeispiele der Kampagne “MedTech Kompass – für transparenten und gute Zusammenarbeit”.
Oberstes Ziel ist, zu vermeiden, unter Korruptionsverdacht zu geraten, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Unternehmensexperten von Johnson & Johnson und Volkswagen betonten, dass Compliance zum einen zur Unternehmenskultur gehören müsse, zum anderen Kommunikationsmaßnahmen entwickelt werden müssten, um die Compliance-Regeln einfach und verständlich in die Belegschaft hineinzutragen. Rechtsanwalt Dr. Peter Dieners bezeichnete das Thema “Transparenz” als die neue Herausforderung für Unternehmen im Gesundheitsbereich. Neue gesetzliche Transparenzregelungen sorgen zunehmend dafür, dass Vertragsbeziehungen zwischen medizinischen Einrichtungen, Ärzten und Unternehmen vollständig offengelegt werden müssen.
Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Medizintechnologie, bezeichnete eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Industrie als Innovationsmotor für die MedTech-Branche und auch politisch erwünscht. Die Zusammenarbeit sei aber strafrechtlich mit Risiken behaftet. Deshalb verfolge der BVMed mit der Aufklärungskampagne “MedTech Kompass” einen positiven Informationsansatz, um die Prinzipien einer guten und transparenten Zusammenarbeit bekannter zu machen und damit zu vermeiden, in Korruptionsverdacht zu geraten. Da die Gesetzestexte oft nicht einfach zu verstehen sind, hat der BVMed bereits 1997 den “Kodex Medizinprodukte” mit praktischen Handlungsempfehlungen erarbeitet und 2006 gemeinsam mit dem Verband der Krankenhausdirektoren (VKD) Musterverträge für verschiedene Bereiche vorgelegt. Mit dem “MedTech Kompass” werden die vier wichtigsten Prinzipien für “Healthcare Compliance” kommuniziert:
> Trennungsprinzip: Zuwendungen dürfen nicht im Zusammenhang mit Beschaffungsentscheidungen stehen;
> Transparenzprinzip: Jede Zuwendung und Vergütung muss offengelegt werden;
> Dokumentationsprinzip: Alle Leistungen müssen schriftlich festgehalten werden;
> Äquivalenzprinzip: Leistung und Gegenleistung müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Mit dem Kompass soll zudem ein “Netzwerk für mehr Sicherheit” geschaffen werden: mit regelmäßigen Schulungen, Informationsveranstaltungen und Publikationen. Zu den notwendigen organisatorischen Maßnahmen gehört die Einführung eines Compliance-Managements mit einem Compliance-Verantwortlichen. Wichtig seien zudem regelmäßige Schulungen oder ein Vertragsmanagement mit einheitlichen Formular- und Vertragsmustern. Unterstützt werden die Unternehmen durch das 2009 beim BVMed eingesetzte “Healthcare Compliance Committee”.
Die komplette Pressemeldung des BVMed finden Sie hier.
Yvonne Klöpping
Tags: BVMed, Healthcare Compliance



