Leoni stellt antimikrobielle Kabel auf der Compamed vor
20.11.2012 – 11:48
Leoni, ein Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen, hat vergangene Woche auf der Compamed in Düsseldorf eine neue Technologie auf Säure-Basis vorgestellt, die Kunststoffoberflächen eine keimtötende Wirkung verleiht. Der Einsatz antimikrobieller Gerätegehäuse, Kabel und Leitungen in Krankenhäusern oder Arztpraxen kann wesentlich zur Erhöhung des Hygienestandards und zur Minimierung des Infektionsrisikos beitragen. Nach Aussage des Unternehmens haben die neuen antimikrobiellen Kabel spezielle Eigenschaften, die dem Prinzip des Säureschutzmantels der menschlichen Haut ähneln.
Das von Leoni angewandte Verfahren basiert auf dem Lewis-Säure-Basenprinzip: Es bewirkt, dass auf der Oberfläche der Kabel Säure-Ionen freigesetzt werden, die an der Außenfläche des Mantels zu einer Absenkung des pH-Werts führen. Dies schränkt die Zellfunktionen der Keime und ihre Teilung ein, so dass sie schließlich absterben. Möglich wird dies, indem ein spezielles Metalloxid in variabler Dosierung fest in die Kunststoffmatrix der Kabelhülle eingebunden wird. Schon bei geringer Konzentration ist eine deutliche keimtötende Wirksamkeit gegeben, so das Unternehmen. Die mechanischen Eigenschaften des Kabels selbst und die Handhabung bleiben unverändert.
Die Technologie bietet mehrere Vorteile gegenüber den bislang üblichen Verfahren, sagt Leoni. Wesentlicher Pluspunkt sei, dass der hygienische Effekt bei der Säure-Technologie erhalten bliebe. Dagegen sei die etablierte Silber- und Kupfermethode anfällig gegen Schweiß und Eiweiß, so dass bei normaler Handhabung eines behandelten Kunststoffgegenstands die antimikrobielle Wirkung beträchtlich herabgesetzt bzw. inaktiviert würde.
Ein weiterer Vorzug der neuen Technologie bestehe darin, dass sie die Erreger nicht von innen, sondern von außen über die Zellhülle zerstört; dadurch würde die Bildung des sogenannten Biofilms auf dem Kabel oder dem Gerätegehäuse gehemmt, und dessen Oberfläche könne leichter gereinigt werden, heißt es. Außerdem fällt das im Kunststoff eingebundene Metalloxid wegen der größeren Kornabmessung nicht unter die umstrittene Nanotechnologie.
Leoni hat bereits erste Prüfungen nach DIN EN ISO 10993 für die Medizintechnik bestanden.
Yvonne Klöpping
Tags: antimikrobielle Kabel, Compamed, Leoni




One Response to “Leoni stellt antimikrobielle Kabel auf der Compamed vor”
Ich gratuliere zu dieser Entwicklung ! Mich würde interessieren, wie lange die Wirkung anhält, wie oft kann das Kabel sterilisiert werden, bevor es die Wirkung verliert ? ?
Besten Dank für eine gelegentliche Antwort.
Fred – R. Grohmann
By Fred-R. Grohmann on Nov 28, 2012