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Imec demonstriert EEG-Monitoring per Body Area Network auf der Medica 2012

22.11.2012 – 18:37

Am bekannten belgischen Forschungszentrum Imec entstehen in Zusammenarbeit mit dem holländischen Holst Centre und dem japanischen Hersteller Panasonic innovative medizinische Technologien für autonome Bio-Sensoren. Sie sollen in Zukunft über intelligente, am Körper getragene “Body Area Networks” (BAN) eine mobile Diagnostik ermöglichen – mit drahtloser klinischer Anbindung des Patienten per WLAN oder Smartphone. Auf der Fachmesse Medica 2012 in Düsseldorf demonstrierte Imec kürzlich die neuesten Fortschritte seiner BAN-Entwicklungsprogramme, spezifisch bezogen auf das EEG- (Elektro-Enzephalogramm) und EKG- (Elektrokardiogramm) Monitoring. So präsentierte Imec etwa den Prototypen eines kabellosen achtkanaligen EEG-Headsets für hochwertiges EEG-Monitoring. Die aktiven Elektroden (jeweils zwei pro Messkanal) unterdrücken den Einfluss von Störsignalen aus dem Stromnetz. Sie sind als trockene Kontakte ausgebildet und benötigen somit keine besondere Präparation der Haut, um den Tragekomfort und die Zuverlässigkeit zu erhöhen. ”Wir haben versucht die Zuverlässigkeit von bereits existierenden Systemen mit dem höheren Tragekomfort von Systemen, die im Gaming-Bereich verwendet werden, zu vereinen”, sagt  Julien Penders, Program Manager Human++, Body Area Networks Holst Center, Imec. “Bereits existierende Systeme, die derzeit in Krankenhäusern eingesetzt werden, sind für den Patienten reichlich unangenehm zu tragen, aber sie sind sehr zuverlässig. Wohingegen ähnliche Systeme, die zum Spielen benutzt werden, weniger verlässlich sind, jedoch wesentlich angenehmer zu tragen.” Die kurze Live-Demonstration sehen Sie hier.

Imec entwickelt in seinem für Industriepartner offenen Human++ Programm fortschrittliche Sensorsysteme für Body Area Networks, die kontinuierlich die vitalen Parameter des Gesundheitszustandes der Patienten analysieren. Sie kommunizieren drahtlos mit einer bis zu 10 m entfernten Basisstation. Wie alle medizintechnischen Geräte genügen sie extremen Zuverlässigkeitsforderungen. Als autonome Systeme müssen sie außerdem mit sehr geringer Versorgungsleistung betrieben werden. Zudem müssen sie kompakt und ergonomisch günstig gestaltet sein, damit sie die Patienten nicht übermäßig in ihrer gewohnten Lebensumwelt beeinträchtigen.

Besonders wichtig hinsichtlich des Tragekomforts ist die von Imec propagierte kontinuierliche Impedanzmessung des Hautkontakts zwischen den Elektroden und dem Schädelknochen. Dies ermöglicht eine externe Abschätzung des jeweiligen Elektrodenstatus und verbessert damit im Vergleich zu früheren Versionen entscheidend die Signalqualität – unbeeinflusst durch Artifakte im Nutzsignal, die durch die Bewegungen des Patienten entstehen.

Die vom System gemessenen EEG-Daten werden von einem Ultra-low-power Sender im Bluetooth-4.0 Standard in Echtzeit zur Basisstation übertragen und von dort an eine mit dem Fall befasste Klinik übermittelt. Mit dem außerordentlich niedrigen Leistungsverbrauch des bei Imec entwickelten EEG-Chipsets von 750 µW beträgt die Betriebszeit mit acht EEG-Messkanälen und Impedanzmessung des Hautkontakts bis zu 22 Stunden.

Yvonne Klöpping

 

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