Fakuma: Automationssystem zur Herstellung von Pipettenspitzen steigert Flächenproduktivität
22.10.2012 – 09:42Wie bereits in den letzten Jahren hat die Waldorf Technik GmbH & Co. KG auch auf der diesjährigen Fakuma, die vergangene Woche in Friedrichshafen stattfand, ihre Automationssysteme präsentiert. So konnten sich beispielsweise Hersteller von Medical Consumables über ein Anlagenkonzept für Pipettenspitzen und Blutreagenzbehälter unter dem Namen Vario TIP, das durch intelligente Entnahmetechnik und patentierte Logistik einen Zugewinn an Flächenproduktivität im Reinraum von 800 Prozent gegenüber herkömmlichen Systemen erzielt, informieren.
Automationssysteme zur Herstellung von Pipettenspitzen und Reagenzgefäßen sind bis heute beeindruckende Anlagen, neben denen die Spritzgussmaschine selbst oft klein wirkt. Waldorf Technik hat mit seiner neuen Automations-Linie Vario TIP den Flächenbedarf um 50-75 Prozent gesenkt bei doppelter Ausbringung, was einer Steigerung der Flächenproduktivität um den Faktor 4-8 entspricht. Gleichzeitig kann auf die Verwendung von Druckluft als Transportmedium verzichtet werden, was die Betriebskosten senkt und das Kontaminationsrisiko für die Produkte deutlich eindämmt.
„Seit wir das Vario TIP Prinzip vor zwei Jahren entwickelt und patentiert haben wechseln praktisch alle unsere globalen Kunden in dieses System. Wir hatten nicht erwartet, wie schnell die Branche diesen Wechsel vollzieht – die Vorteile für den Spritzgießer und seinen Kunden müssen groß sein“, so die Schlussfolgerung von Wolfgang Czizegg, Geschäftsführer von Waldorf Technik.
Statt durch Druckluft und im „freien Fall“ werden die Kunststoffteile mit ihrer empfindlichen Geometrie mittels individuell entwickelter Greifer- und Umsetzertechnologie in einem Teilespeicher in Kavitätengruppen gesammelt; von diesem Teilespeicher werden die Racks dann einzeln und kavitätenorientiert befüllt. Wogegen bisher häufig Beschädigungen der Teile beim Auftreffen am Rack auftraten, werden die Pipetten bei Vario TIP individuell kontrolliert und kollisionsfrei in die Racks eingebracht. Auf diese Weise konnte der Prozess-Ausschuss deutlich reduziert werden.
Das System ist modular aufgebaut. So gibt es eine einfache Version, in welcher der Teilespeicher mit einem Drehtisch gekoppelt ist. In diesem Fall werden die Racks ohne weitere Prüfung oder Montage direkt befüllt. Die erweiterte Variante nutzt mehrere Teilespeicher in einem Umlaufsystem; auf diese Weise lassen sich diverse Funktionsmodule wie Filtermontage, Prüfung systematischer Fehler, Prüfung sporadischer Fehler, Austauschstationen und verschiedene Verpackungsvarianten andocken.
Die direkte Umsetzung aus dem Teilespeicher in einzelne Racks erlaubt die erstaunliche Flächenreduzierung. „Produktionsfläche insbesondere in Reinräumen ist teuer, daher macht sich jeder ersparte Quadratmeter sofort in spürbarer Kostensenkung für unsere Kunden bemerkbar“, kommentiert Czizegg.
Darüber hinaus können durch die verdichtete Bauweise nicht nur Betriebskosten (weniger Fläche, keine Druckluft als Transportmedium) gespart werden. Auch die Investitionen für ein System mit gleicher Funktionalität wie früher wurden damit deutlich gesenkt.
Außerdem st das Anlagenkonzept Vario TIP, anders als bei bisherigen Anlagen, unabhängig von der Kavitätenzahl im Werkzeug. Sowohl 16, 24, 32, 48 oder auch 64 Kavitäten können auf dem gleichen Prinzip gefahren werden. Genauso können durch den modularen Aufbau verschiedene Racks und Verpackungsvarianten eingesetzt werden. Die Flexibilität der Anlagen für den Spritzgießer steigt enorm, was sich automatisch in deren Anlagenauslastung niederschlägt und sich sehr günstig auf Amortisation und Teilepreis auswirkt.
Yvonne Klöpping
Tags: Automationssysteme, Fakuma, Medical Consumables, Pipettenspitzen, Vario TIP, Waldorf Technik



