Fraunhofer Wissenschaftler entwickeln Beschichtung, die eine Verrutschung von Atemwegsstents verhindern soll
12.07.2012 – 09:03
Eine neue Proteinbeschichtung soll dafür sorgen, dass Atemwegsstents einerseits besser in das umgebende Luftröhrengewebe einwachsen, andererseits die Infektionsgefahr für den Patienten reduziert wird. Bild: Leufen Medical GmbH
Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB haben eine neue Oberflächenbeschichtung für Trachea-Stents etnwickelt, um die Verrutschung des gitterhaften Implantats zu verhindern. Wenn Herzkranzgefäße verengt sind, dehnen Kardiologen sie mithilfe von kleinen gitterförmigen Stützen, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Mit solchen Stents lassen sich auch lebensbedrohliche Verengungen der Luftröhre behandeln. Die Gitterstützen aus Metall oder Kunststoff sollen die Luftröhre dehnen und das Zuwachsen der Trachea verhindern. Doch beim Einsetzen der Implantate besteht die Gefahr, dass die Stents verrutschen und dadurch einen teilweisen oder vollständigen Verschluss der Luftwege verursachen. Auch können sich auf den Gitterröhren Bakterien ansiedeln, die beispielsweise eine Lungenentzündung auslösen können. Eine neue Proteinbeschichtung soll nun dafür sorgen, dass Atemwegsstents einerseits besser in das umgebende Luftröhrengewebe einwachsen, andererseits die Infektionsgefahr für den Patienten reduziert wird.
Der Grund: Auf den Stents befinden sich keine barrierebildenden Atemwegszellen, wie sie üblicherweise im Atemwegstrakt vorhanden sind, um Krankheitserreger und inhalierte Stoffe wie Feinstaub abzuwehren. “Die Luftröhre hat eine wichtige Barrierefunktion. Zilien tragende Zellen und Becherzellen reinigen die Atemluft. Daher ist es so wichtig, dass diese Art von Zellen auf den Stents haften können, um so die Reinigungsfunktion des geschädigten Luftröhrenabschnittes aufrecht zu erhalten und gleichzeitig ein Einwachsen der Gitterröhrchen in das umgebende Trachea-Gewebe zu begünstigen”, sagt Dr. Martina Hampel, Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart.
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thorsten Walles, Bereichsleiter der Thoraxchirurgie an der Universitätsklinik Würzburg und Gastwissenschaftler am IGB, haben die Forscherin und ihr Team im Projekt »REGiNA« Oberflächenbeschichtungen entwickelt, die das Einwachsen der Stents in das umgebende Gewebe ermöglichen und so ein Verrutschen der Gitterröhrchen erschweren sollen. »REGiNA«, kurz für Regenerative Medizin in der Gesundheitsregion Neckar-Alb und Stuttgart, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
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Yvonne Klöpping
Tags: Atemwegsstents, Fraunhofer, Implantate, Oberflächenbeschichtungen, Stents



