Saarbrücker Materialwissenschaftler erhält Auszeichnung für Forschung an Implantaten
11.06.2012 – 11:51Implantate und Prothesen müssen verträglich und langlebig sein. Diese Eigenschaften sind besonders von den Oberflächen ihrer Materialien bestimmt. Für seine Forschung an Oberflächen für Herz-, Zahn- und orthopädische Implantate wurde Cenk Aktas vom INM Leibniz-Institut für Neue Materialien als erster Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum jetzt mit einer hohen türkischen Auszeichnung, dem „Baki Komsuoglu Award“, geehrt. Der Preis wird vom Council of Higher Educationverliehen. Der Council ist gemeinsam mit dem Ministry of National Education mit dem BMBF vergleichbar und regelt die Arbeit aller türkischen Universitäten „Wir erforschen, wie unterschiedliche Oberflächenstrukturen das Anhaften von Zellen und die Zellvermehrung beeinflussen. Davon hängt die Leistung eines Implantats ab“, sagt der Leiter des Programmbereichs CVD/Biooberflächen. Durch Veränderungder Oberflächenstruktur wachsen erwünschte Zellen vermehrt auf dem Implantat, während gleichzeitigdas Wachstum unerwünschter Zellen unterdrückt wird. „Das kann bei Implantaten, wie zum Beispiel stents, von Vorteil sein“, erläutert derMaterialexperte die medizinischen Hintergründe seines Forschungsgebietes.
Der Award wird einmal im Jahr in verschiedenen Rubriken, wie zum Beispiel Medizin, Naturwissenschaften, Technologie, Kunst, Sport oder Sozialwissenschaften an junge Wissenschaftler und Forscher vergeben. Mit Aktas wurde der Award dieses Jahr erstmalig an einen Forscher außerhalb der Türkei verliehen. Im Rahmen einer großen Feier mit rund 1000 Gästen von türkischen Universitäten, Politikern, Studenten und Vertretern aus der Region nahm Aktas den Preis für die Rubrik „Technologie“ von der Präsidentin der Kocaeli University, Sezer Komsuoglu, entgegen. „Ich nehme diesen Preis stellvertretend für meine Arbeitsgruppe entgegen“, betonte der Programmbereichsleiter vom INM, „er wäre ohne die Kreativität, die Motivation und die fachliche Hochwertigkeit meiner Forschungsgruppe nicht möglich gewesen“, fasst Aktas zusammen. Seine Gruppe arbeitet mit Forschungsinstituten und Universitäten in Europa, Korea, Indien und den USA zusammen. Besonders mit der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes forscht die Gruppe im Bereich Implantatmaterialien in verschiedenen Projekten.
Yvonne Klöpping
Tags: Baki Komsuoglu Award, Implantate, INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien



