cialis online

Erdbeben in Italien erschüttern die MedTech-Industrie

04.06.2012 – 13:42

Seit das erste schwere Erdbeben am 20. Mai die norditalienische Region Emilia-Romagna erschütterte, das Herz der italienischen verarbeitenden Industrie, wurde die Region regelrecht auf den Kopf gestellt. Als das Beben mit einer Stärke von 6,0 auf der Richterskala die Region zwischen Modena and Ferrara traf, starben sieben Menschen, diverse Gebäude und historische Bauten wurden entweder zerstört oder stark beschädigt und tausende Menschen wurden obdachlos. Nach unzähligen Nachbeben hat neun Tage später ein erneutes Beben der Stärke 5,8 die Region erschüttert. Diesmal lag das Epizentrum in Mirandola bei Modena. Diese Serie an heftigen Erdstößen hat dramatische Auswirkungen auf die örtliche medizintechnische Industrie. Mehr als 100 MedTech-Hersteller sind in der Region zwischen Modena und Mirandola zu Hause – das Herz der medizintechnischen Industrie in Italien. “Die Unternehmen können momentan nicht agieren”, sagt Paolo Galavotti, Geschäftsführer der Nexion srl, der in Mirandola lebt. Nexion unterstützt das Design und die Entwicklung von medizinischen Prototypen. Sein Büro und Labor sind in dem ersten Beben am 20. Mai stark beschädigt worden und das Warenhaus ist eingestürzt. “Das alles ist ein riesen Desaster für den biomedizinischen Sektor in der Mirandola Region,” betont er.

Laut Galavotti seien 70 bis 80 Prozent der Fabriken aus Sicherheitsgründen momentan in einer Art Standby-Modus; 3500 Menschen, die in der Medizin-Branche tätig sind, müssen zu Hause bleiben bis die Produktionsstätten wieder öffnen können und einige der Fabriken seien komplett eingestürzt. Er weiß von 15 Menschen, die das zweite Beben aufgrund einstürzender Gebäude nicht überlebt haben – einige von ihnen waren die Inhaber der Unternehmen.

Galavotti fügt hinzu, dass die Feuerwehr aktuell die Gebäudeschäden noch inspiziert und in dieser Woche bekanntgeben wird, welche Unternehmen wieder ihre Aktivitäten aufnehmen können. “Aber niemand weiß, wie viele von ihnen so weiter machen können wir zuvor,” sagt er bestürzt. Während das erste Beben, das die Region an einem Sonntagmorgen erschütterte, sehr viel Schaden angerichtet hatte, war es lange nicht so tödlich wie der zweite Erdstoß, der die Menschen an einem Dienstag etwa um 9 Uhr morgens überraschte – an einem regulären Arbeitstag, als viele Angestellte und Inhaber in den Gebäuden waren und versucht haben, ihre Aktivitäten nach dem ersten Beben wieder aufzunehmen. “Diese Region wurde nie richtig als Erbebengebiet erklärt,” sagt er. Er fügt hinzu, dass das letzte so verheerende Beben vor über 400 Jahren Nahe Ferrera passierte, etwas 60 km entfernt von Mirandola.

Auch ist Galvalotti der Meinung, dass die Erdbeben durchaus einen Einfluss auf die vom 26. bis 27. September in Modena stattfindende MEDTEC Italy haben könnten. “Modena befindet sich zwar in einem etwas sicheren Gebiet, da es nahe der Berge liegt, aber die Aussteller, die aus Mirandola kommen, werden wohl eher noch mit dem Wiederaufbau ihrer Fabriken zu tun haben”, gibt er zu bedenken. “Aber es ist sicherlich eine gute Idee, die MEDTEC in Modena wie geplant statfinden zu lassen, da das ein gutes Zeichen für wiederkehrende Normalität und ‘business as usual’ ist.”

Yvonne Klöpping

 

Tags: , , , , ,

Kommentar schreiben